Baugenossenschaft Kolping Zürich (BGK)   

Im Sommer 1953 machte der Gesellenpräses Friedrich Loretz eine Ferienreise nach Deutschland. Dort findet er Anregungen und praktische Beispiele, wie sich die Altmitglieder aus der Wohnungsnot heraushelfen. Mit Ideen und Plänen kommt er zurück. Er sucht unter den Vereinsmitgliedern Freunde für ein ähnliches Werk. Bald wird eine Studienkommission gewählt und Architekt Guido Catella beigezogen. Berechnungen und Möglichkeiten über einen allfälligen Landkauf und die mögliche Finanzierung werden beraten. Mitglied Josef Haltmeier erfährt, dass ein Grundstück in Langnau am 24. Dezember 1953 in Thalwil morgens um zehn Uhr verkauft wird. Wenn wir nun um acht Uhr im Notariat Thalwil mit Fr. 5'000.– vorsprechen, könnten wir uns das Land sichern vor dem anderen Käufer, dachten die Initianten. Der erfolgreiche, grosse Schritt wird nicht ohne Bedenken, jedoch mit Gottvertrauen gewagt. Und Josef Haltmeier übernimmt das Land auf seinen Namen.

Am 29. Januar 1954 wird die Baugenossenschaft Kolping Zürich BGK definitiv gegründet und am 10. Februar 1954 erfolgte die Eintragung ins Handelsregister. Sie bezweckt, ihren Mitgliedern solide, gesunde, billige und zweckmässig eingerichtete Wohnungen in Ein- oder Mehrfamilienhäusern zu verschaffen. Als Initianten und Gründer dürfen nachstehende Herren genannt werden: Friedrich Loretz, Präses, Josef Haltmeier, Karl Baumann, Eduard Schuler, Friedrich Häberli, Gottlieb Rüttimann, Robert Köppel, Fritz Meier, Werner Bissig und Willy Gosselke. Im Jahre 1955/56 erstellte die Genossenschaft in einer ersten Bauetappe zehn Doppeleinfamilienhäuser und anschliessend in der zweiten Bauetappe noch drei einzelne Eigenheime an der Rütibohlstrasse in Langnau am Albis. Die Einfamilienhäuser wurden um die Fr. 50'000.– und die drei grösseren Eigenheime um die Fr. 80'000.– den Genossenschaftern verkauft. Im Jahre 1963/64 konnten weitere dreizehn Einfamilienhäuser an der Birkenstrasse in Langnau gebaut und an die Genossenschafter verkauft werden. Dank sorgfältiger Planung und bescheidenen Verwaltungsspesen des Vorstandes konnten diese je nach Grösse des Landanteiles zwischen einem Betrag von Fr. 140'000.– bis 180'000.– abgegeben werden.

Drei Mehrfamilienhäuser mit 19 Wohnungen für Fr. 970'000.– inklusive Land baute die Genossenschaft an der Dachslern-/Loogartenstrasse in Zürich-Altstetten im Jahre 1959/60 und zwei Wohnhäuser für Fr. 1'100'000.– ebenfalls inklusive Land  mit 16 Wohnungen im Jahre 1964/65 an der Birkenstrasse in Langnau. Im Jahre 1970 folgte dann noch die Liegenschaft Dunkelhölzlistrasse in Zürich-Altstetten für Fr. 1'030'000.– mit 9 Wohnungen. Alle unsere Mehrfamilienhäuser werden durch die Genossenschaft verwaltet und sind heute über 40 und 50 Jahre alt und mussten im Verlaufe der Zeit im Rahmen der verfügbaren und zumutbaren Mittel saniert oder renoviert werden. Unsere Genossenschaft unterscheidet sich von anderen Genossenschaftern dadurch, dass sie nicht nur aus Wohnungsmietern besteht die Pflichtanteilscheine zu übernehmen haben, sondern auch freiwillige Genossenschafter aus Vereins- oder Privatkreisen die Anteile zeichnen. Ebenso sind alle Bauvorhaben ohne irgendwelche Subventionen getätigt worden. Eines unserer grossen Probleme ist es Bauland in der Stadt Zürich zu finden, um zinsgünstige Wohnungen erstellen zu können. Die Hauptaufgabe der Baugenossenschaft Kolping liegt heute beim Erhalt der geschaffenen Liegenschaftswerten.

Hans Steinmann, Vorstandsmitglied BGK

25 Jahre Baugenossenschaft Kolping 1954–1979

Kontakt

Baugenossenschaft Kolping
Loogartenstrasse 1
8048 Zürich
bgk@kolping-zuerich.ch